Gemeinnützige Siedlungsgenossenschaft Köflach

Die Geschichte der SGK

Am 5. Jänner 1947 wurde die Siedlungsgemeinschaft Köflach gegründet. Gründungsobmann war der damalige Obertagsbetriebsleiter Dipl.-Ing. Heinz Schmidt, der diese Funktion ein halbes Jahr innehatte. Schon im ersten Jahr fanden sich 113 Mitglieder.

Zu Beginn verfügte die Siedlungsgenossenschaft über kein Kapital. Die Finanzierung der Bauvorhaben geschah mit Hilfe der Klaubkohlenaktion und über die Einlagen der Siedler, die anfangs 50,-- Schilling pro Monat betrugen. Im Frühjahr 1948 wurde mit dem Bau der ersten Siedlungshäuser begonnen. Für die Bauleitung leistete die junge Siedlungsgenossenschaft einen einzigen Angestellten, Herrn Bauleiter Wilhelm Gräbner, der die so beliebten Häuser plante. Ihm zur Seite standen noch zwei Poliere, deren Gehälter von der GKB bezahlt wurden.

Wilhelm Gräbner leitete von 1948 bis 1960 sämtliche Bautätigkeiten der Siedlungsgenossenschaft Köflach. Seit 1982 hält er das gesamte wirtschaftliche Geschick der Genossenschaft erfolgreich in Händen, Im Sommer 1948, als einige Häuser im Rohbau standen, andere bereits zugedeckt waren, gingen der Genossenschaft die Geldmittel aus. Der zweite Obmann, Dr. Spann, GKB-Werkssekretär, wurde 1949 abgelöst. Ihm folgte Obmann Peter Leitner, der diese Funktion von 1949 – 1978 ausübte. Durch seine guten Verbindungen zur GKB-Führungsebene gelang es ihm, wieder stabile wirtschaftliche Bedingungen für die SG-Köflach auszuhandeln.

Die erste Blütezeit der “ Siedlung“, wie die Genossenschaft von ihren Mitgliedern liebevoll genannt wird, begann Anfang der Fünfziger Jahre. Damals waren 50 Schilling pro Monat als Einlage und ein Genossenschaftsanteil von öS 300,-- zu zahlen. Erst wenn ein höherer Betrag eingespart war, durfte mit dem Bau begonnen werden. Zuvor mussten viele Arbeitstunden zur Erschließung und Baureifmachung der Grundstücke geleistet werden. Dazu gehörten unter anderem die Gewinnung und Herstellung von Baumaterialien und dessen Transport. Gearbeitet wurde auf freiwilliger Basis, doch es gab einen starken finanziellen Anreiz zur Eigenleistung. Nach der Ableistung de ersten dreihundert Stunden für allgemeine Erschließungsarbeiten wurde den Siedlern die Arbeitszeit für Gemeinschaftsarbeiten mit fünf Schilling pro Stunde gutgeschrieben. Somit erhielten sie die Chancen, den Preis ihres eigenen Hauses durch Arbeiten im Dienste der Gemeinschaft und an Häusern von Siedlungskollegen zu reduzieren.

Ein Haus kostet in den Anfangsjahren ca. 70.000,-- Schilling. Mit einer Leistung von durchschnittlich 4.000 Arbeitsstunden konnten viele den Preis ihres Hauses um fast ein Drittel vermindern. Bauwillige waren bereit, so viel wie möglich zu selbst zu arbeiten. Klar war auch, dass man sich gegenseitig helfen würde. Jeder und jede hatte in einem bestimmten Gebiet des Hausbaues Geschick oder Erfahrungen und war deshalb wichtig für das Gelingen dieses auf den Prinzipen Selbsthilfe und Gegenseitigkeit beruhenden Projekts. Am Anfang waren es vor allem die Aufschließungsarbeiten, die von den Einsatz der Siedler erforderten. Bevor mit dem Bauen begonnen werden konnte, musste Straßen angelegt werden. Diese mussten von Hand, nur mit Schaufeln und Krampen, vom Humus befreit werden. Die Siedlung besaß keine Bagger oder Schubraupen, und der Straßen- und Oberflächenwasserkanalbau war nur durch reine Handarbeit zu bewältigen. Zum Bauen war unbedingt Wasser erforderlich. Oft gab es zu Baubeginn keine Brunnen, sondern nur Brauchwasser, das aus Wasserbehältern der GKB zu den Baustellen befördert wurde. Die meisten Grundstücke, die anfangs vergeben wurden, waren ehemalige Kohleabauflächen oder Kipphalden. Sie mussten dann zusätzlich urbar gemacht werden. Aufgrund geringerer Qualität waren die Grundstücke jedoch sehr billig. Wenn für Baumaterial kein Geld vorhanden war wurde versucht, Altes wiederzuverwenden oder Fehlendes selbst herzustellen. Dies geschah zum Beispiel mit den Ziegeln. Abbruchziegel abgerissener Werksbauten wurden vom Mörtel bereit und gewaschen.