Historisches

Die Gegenwart

Die SGK stellt mit ihren Grundwerten: soziale Verantwortung und gegenseitige Hilfe die Grundbedürfnisse der Menschen in den Mittelpunkt ihrer Tätigkeit. Unsere Aufgabe als Genossenschaft ist es, den sozialen Wohnbau und das „Recht auf Wohnen“ sicherzustellen und im Sinne des genossenschaftlichen Gedankens breite Schichten der Bevölkerung und sozial Schwächere mit kostengünstigen und qualitativ einwandfreien Wohnungen zu versorgen. Besondere Aufmerksamkeit widmen wir bei der Errichtung von neuem Wohnraum der jungen Generation, Singles, Jungfamilien sowie „Best Agers“ und der 70 + Generation. Unser wirtschaftlicher Erfolg wird nicht an der Maximierung von Gewinnen oder besonderer Bilanzkennzahlen, sondern an der Optimierung der Lebensqualität in den Wohnbauten gemessen. Unsere Gewinne werden wieder in den sozialen Wohnbau reinvestiert und damit wird ein Generationsausgleich geschaffen.

 

Der Wille nach kostengünstigem Wohnraum ist heute wir vor 70 Jahren brandaktuell.

 

Die SGK ist besonders auf die gute Zusammenarbeit mit den Gemeinden in der Region sehr stolz. Von der Beratung, organisatorischen Planung, Erstellung eines Finanzierungsmodells, über die Ausschreibung und Vergabe, Abwicklung von Förderansuchen, bis hin zur örtlichen Bauaufsicht und Endabnahme – wir bieten ein umfassendes professionelles Service für jedes Bauvorhaben. Überregional konnte im Berichtsjahr die Zusammenarbeit mit den Gemeinden Bad Aussee, Altaussee, Deutschlandsberg, Gaal, Feldbach, Riegersburg, Fehring und Mettersdorf ausgebaut werden. Ob Anlegerwohnungen, Reihenhäuser, Kinderkrippen, Schulen, Sportanlagen, Ärztezentren oder Gemeindeämter, dass Portfolio umfasst nahezu alle erdenklichen Kommunalbauten. Auch im kommunalen Bau wird das Kostendeckungsprinzip angewandt, das heißt es werden nur jene Kosten weiter verrechnet, die tatsächlich für den Bau des Objektes anfallen.

 

Als starker Partner der Gemeinden bleibt es das Ziel der SGK und Vobis hochwertigen und kostengünstigen Wohnraum zu errichten und bei der entsprechenden Infrastruktur die Gemeinden in kommunalen Bauvorhaben zu unterstützen.

 

In der im Juli 2018 stattgefundenen Generalversammlung der Siedlungsgenossenschaft Köflach konnten wieder hervorragende Ergebnisse für die Geschäftsjahre 2016 und 2017 präsentiert werden. Unter dem Motto „Wir schaffen Lebensqualität“ sichert die SGK mit einem jährlichen Bauvolumen von 9,5 Mio EUR und insgesamt 40 Mitarbeiter im Bezirk Voitsberg Arbeitsplätze. Insgesamt werden durch die SGK und die Vobis steiermarkweit 4.530 Einheiten verwaltet. Im Jahr 2017 konnten 66 Wohneinheiten fertig gestellt und an Mieter übergeben werden.

Neue Projekte im Bezirk Voitsberg

Bärnbach: Der Baustart für die geförderte Reihenhausanlage „Im Winkel“ erfolgt am 26.6.2018.  Die Vobis hat den alten Bauhof erworben und errichtet im Rahmen der umfassenden Sanierung Anlegerwohnungen ab einer Anzahlung von EUR 9.500,00. Weiteres gibt es bereits neue Verhandlungen betreffend einer neuen Reihenhausanlage in der Nähe vom Schloßbad Bärnbach. 

 

Köflach: Die Vobis beginnt mit der Sanierung des ehemaligen Erlbeck-Gebäudes in der Judenburgerstraße. Auch hier ist ein Anlegermodell geplant. Des Weiteren gibt es Verhandlungen über eine neue Reihenhausanlage in Köflach.

 

Voitsberg: Der erste Bauabschnitt der ehemaligen Holweg-Gründe in der Grazer Vorstadt wurde bereits entwickelt und beim Land Steiermark eingereicht. Der Baubeginn wird im Frühjahr 2019 erfolgen. In der Bahnhofstraße wurde im Juli mit dem Bau von 12 Wohneinheiten begonnen – Fertigstellung im Sommer/Herbst 2019. In der Grazer Vorstadt realisiert die SGK ein Jugendwohnhaus mit Startwohnungen für Personen, die erstmalig von zu Hause ausziehen. Der Baustart erfolgt in Kürze.

 

Maria Lankowitz: Die SGK und die Vobis errichten für die Gemeinde Maria Lankowitz im Zentrum das neue Gemeindeamt, gleichzeitig baut die Vobis das bestehende Gemeindeamt für die Feuerwehr um und wird um eine Garagenanlage erweitert. Des Weiteren wird die ehemalige Volksbank zu einem Ordinationsgebäude umgebaut.

 

Krottendorf: Die SGK entwickelt derzeit ein neues Projekt in Krottendorf. Geplant sind ein Kindergarten und eine Ordination. In den Obergeschoßen werden Seniorenwohnungen geplant.

 

Rosental: Die SGK errichtet am Hangweg in Rosental eine Reihenhausanlage mit 6 Reihenhäuser. Der Baustart ist bereits erfolgt, die Fertigstellung erfolgt im Sommer 2019.

 

Ligist: In Ligist finden derzeit Grundstückverhandlungen statt – eine Reihenhausanlage ist geplant.

 

Söding: In Söding finden ebenfalls Grundstücksverhandlungen statt – eine Reihenhausanlage wird entwickelt. 

Gründung der Vobis Kommunal GmbH

Mit 2. Juli 1983 trat Frau Gerlinde Schuster als Bilanzbuchhalterin in die Genossenschaft ein, durch Fleiß und eine hohe Wissenskompetenz wurde ihr die Büroleitung und Geschäftsführung übertragen. Im Juli 2007 ist Schuster in den Vorstand der SGK gewählt worden. Seit 2006 übt sie in der im Eigentum der SGK gegründeten gewerblichen Tochter die Geschäftsführung aus. Seit der Gründung der Vobis GmbH hat sich dieses Unternehmen nach Übernahme der Gemeindewohnungen der Stadt Köflach und Teilen der Wohnungen der Stadtgemeinde Voitsberg zu einem potenten Unternehmen entwickelt und zahlreiche gewerbliche Unternehmen errichtet. 2015 erfolgte die Eingliederung der Reinigungs- und Homeservicegruppe „Home & Green“ mit 15 MitarbeiterInnen. Im Jahr 2017 wurde in der Vobis mit einem Instandhaltungstrupp, der Reparaturen und Sanierungen der Wohnungen und Objekte durchführt, ein weiterer Meilenstein und weitere Arbeitsplätze im Bezirk Voitsberg geschaffen.

Eine Reise zurück ins damals – 70 Jahre SG-Köflach

Im weststeirischen Kohlerevier herrschte nach Kriegsende eine große Wohnungsnot. Viele Arbeiter und Angestellten träumten vom eigenen Haus mit Garten, Wasser und Toilette im Haus. Doch dieser Traum war für einzelne unmöglich und unerschwinglich, dadurch wurde die Genossenschaftsidee geboren.

 

Am 5. Jänner 1947 wurde die Siedlungsgenossenschaft Köflach gegründet. Gründungsobmann war der damalige Obertagsbetriebsleiter Dipl.-Ing. Heinz Schmidt, der diese Funktion ein halbes Jahr innehatte. Schon im ersten Jahr fanden sich 113 Mitglieder.

 

Zu Beginn verfügte die Siedlungsgenossenschaft über kein Kapital. Die Finanzierung der Bauvorhaben geschah mit Hilfe der Klaubkohlenaktion und über die Einlagen der Siedler, die anfangs 50,-- Schilling pro Monat betrugen. Im Frühjahr 1948 wurde mit dem Bau der ersten Siedlungshäuser begonnen. Für die Bauleitung leistete die junge Siedlungsgenossenschaft einen einzigen Angestellten, Herrn Bauleiter Wilhelm Gräbner, der die so beliebten Häuser plante. Ihm zur Seite standen noch zwei Poliere, deren Gehälter von der GKB bezahlt wurden.

 

Im Sommer 1948, als einige Häuser im Rohbau standen, andere bereits zugedeckt waren, gingen der Genossenschaft die Geldmittel aus. Der zweite Obmann, Dr. Spann, GKB-Werkssekretär, wurde 1949 abgelöst. Ihm folgte Obmann Peter Leitner, der diese Funktion von 1949 – 1978 ausübte. Durch seine guten Verbindungen zur GKB-Führungsebene gelang es ihm, wieder stabile wirtschaftliche Bedingungen für die SG-Köflach auszuhandeln.

 

Die erste Blütezeit der “ Siedlung“, wie die Genossenschaft von ihren Mitgliedern liebevoll genannt wird, begann Anfang der Fünfziger Jahre. Damals waren 50 Schilling pro Monat als Einlage und ein Genossenschaftsanteil von öS 300,-- zu zahlen. Erst wenn ein höherer Betrag eingespart war, durfte mit dem Bau begonnen werden. Zuvor mussten viele Arbeitsstunden zur Erschließung und Baureifmachung der Grundstücke geleistet werden. Gearbeitet wurde auf freiwilliger Basis, doch es gab einen starken finanziellen Anreiz zur Eigenleistung. Nach der Ableistung der ersten dreihundert Stunden für allgemeine Erschließungsarbeiten wurde den Siedlern die Arbeitszeit für Gemeinschaftsarbeiten mit fünf Schilling pro Stunde gutgeschrieben. Somit erhielten sie die Chancen, den Preis ihres eigenen Hauses durch Arbeiten im Dienste der Gemeinschaft und an Häusern von Siedlungskollegen zu reduzieren.

 

Ein Haus kostet in den Anfangsjahren ca. 70.000,-- Schilling. Mit einer Leistung von durchschnittlich 4.000 Arbeitsstunden konnten viele den Preis ihres Hauses um fast ein Drittel vermindern. Bauwillige waren bereit, so viel wie möglich selbst zu arbeiten. Klar war auch, dass man sich gegenseitig helfen würde. Jeder und jede hatte in einem bestimmten Gebiet des Hausbaues Geschick oder Erfahrungen und war deshalb wichtig für das Gelingen dieses auf den Prinzipen Selbsthilfe und Gegenseitigkeit beruhenden Projekts.